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MagazinMental Load

Mental Load an Weihnachten: So teilt ihr die unsichtbare Liste

Von Anne und Alessia5 Min. LesezeitZuletzt geprüft am 30.10.2026

Holztisch am Fenster mit 24 verschnürten Papiertütchen für den Adventskalender, Lichterkette, Tannenzweigen, Tee und einem leeren Notizblock
Der Adventskalender muss bis zum 1. Dezember gefüllt sein. Die Oma fragt nach dem Wunschzettel. Die Kita sammelt fürs Wichteln, und wer fährt eigentlich an welchem Feiertag zu welchem Essen? Zu keiner Zeit im Jahr hören wir den Satz „Alles bleibt an mir hängen“ so oft wie jetzt.

Warum der Mental Load an Weihnachten so wächst

Mental Load ist die Denkarbeit, die keiner sieht: an alles denken, vorausplanen, im Blick behalten. Die Soziologin Allison Daminger hat diese Denkarbeit 2019 in vier Schritte zerlegt: vorausahnen, was ansteht, Möglichkeiten suchen, entscheiden und am Ende im Blick behalten, ob es wirklich passiert. Entschieden wird in vielen Paaren gemeinsam. Das Vorausahnen und das Im-Blick-Behalten bleiben oft bei der Mutter.
An Weihnachten kommen zu diesem Alltag dutzende Extra-Aufgaben dazu, und fast alle haben eine Frist. Genau deshalb spürst du den Druck jetzt so deutlich.

Die unsichtbare Weihnachtsliste

Bevor ihr etwas verteilen könnt, muss es sichtbar werden. Diese Liste kennen viele Mamas, die zu uns kommen:
  • Adventskalender besorgen, befüllen und jeden Morgen daran denken
  • Wunschzettel der Kinder einsammeln und an Großeltern, Paten und Tanten weitergeben
  • Geschenke für Kinder, Familie, Erzieherinnen und Lehrerinnen aussuchen und verpacken
  • Nikolaus am 6. Dezember vorbereiten, Stiefel putzen inklusive
  • Weihnachtsfeiern in Kita, Schule und Verein im Kalender haben und Plätzchen mitbringen
  • Wichteln, Krippenspiel, Kostüm und Liedtext üben
  • Planen, wer an welchem Feiertag wo ist, und es allen recht machen
  • Essen planen, einkaufen und an die Allergie vom Schwager denken
  • Baum, Deko, Weihnachtskarten und Fotos für die Familie
  • Danach: Dankesnachrichten, Umtausch und die Kinder nach dem Trubel wieder in den Alltag holen
Wenn du beim Lesen innerlich abgehakt hast, wer bei euch woran denkt, weißt du schon eine Menge.

So verteilt ihr die Liste

1. Schreibt alles auf, gemeinsam

Nehmt euch einen Abend im November, am besten mit einem Tee oder einem Glas Wein statt zwischen Tür und Angel. Schreibt alles auf, was bis Neujahr ansteht. Was auf Papier steht, muss nicht mehr in deinem Kopf wohnen.

2. Gebt ganze Bereiche ab, nicht einzelne Handgriffe

„Kannst du die Geschenke für deine Eltern besorgen?“ ist ein Handgriff. Das Mitdenken bleibt bei dir. „Deine Familie liegt dieses Jahr komplett bei dir: Wünsche erfragen, besorgen, verpacken“ ist ein Bereich. Wer einen Bereich übernimmt, übernimmt auch das Vorausdenken. Und ja: Dann darf es auch anders laufen, als du es machen würdest.
Bist du alleinerziehend, geht es weniger ums Verteilen in der Partnerschaft. Dann lohnt sich der Blick darauf, was Großeltern, Paten oder Freundinnen übernehmen können, und darauf, was ganz wegfallen darf.

3. Streicht, was keiner vermissen würde

Fragt jedes Familienmitglied, was ihm an Weihnachten wirklich wichtig ist. Meistens sind es zwei, drei Dinge. Der selbst gebastelte Adventskalender mit 24 Überraschungen ist erstaunlich selten dabei. Alles andere darf kleiner werden.

4. Plant einen Abend für dich ein

Nicht als Belohnung, wenn alles erledigt ist, sondern fest im Kalender, bevor der Dezember voll ist. Eine Stunde, in der niemand etwas von dir will.

Wenn das Gespräch schwerfällt

Viele Mamas sagen uns: Ich will nicht schon wieder diejenige sein, die meckert. Dann hilft es, nicht über Gefühle zu streiten, sondern gemeinsam auf eine Liste zu schauen. Genau dafür haben wir den Mental-Load-Check gebaut: 30 Aufgaben aus eurem Alltag, und du klickst an, wer bei euch daran denkt. Das Ergebnis siehst du sofort, schwarz auf weiß, und kannst es als Grundlage für euer Gespräch nehmen.
Weihnachten muss nicht perfekt werden. Es reicht, wenn es sich für dich wieder nach einem Fest anfühlt und nicht nach einem zweiten Job.

Was Mamas uns dazu fragen

Was ist Mental Load an Weihnachten?

Die Denkarbeit rund ums Fest: an Geschenke, Termine, Adventskalender, Essen und Besuche denken, vorausplanen und alles im Blick behalten. Sie kommt zum normalen Familienalltag noch obendrauf.

Wie teile ich den Weihnachtsstress mit meinem Partner?

Schreibt gemeinsam alles auf, was bis Neujahr ansteht, und verteilt ganze Bereiche, zum Beispiel alle Geschenke für seine Familie. Wer einen Bereich übernimmt, übernimmt auch das Daran-Denken.

Was kann ich an Weihnachten weglassen?

Fragt jedes Familienmitglied, was ihm am Fest wirklich wichtig ist. Alles andere darf kleiner werden oder ganz wegfallen, oft vermisst es niemand.

Wie finde ich heraus, wie hoch mein Mental Load ist?

Mit unserem Mental-Load-Check: 30 Aufgaben aus eurem Alltag und 16 Sätze zu dir. Nach etwa 5 Minuten siehst du dein Ergebnis, für 0 € und ohne Anmeldung.

Anne und Alessia
Geschrieben von Anne und Alessia

Wir sind zertifizierte Kinder-, Jugend- und Familiencoaches, Resilienztrainerinnen und jeweils zweifache Mama. Familium ist 2024 aus unserer Freundschaft und unseren eigenen Erfahrungen als Mamas entstanden. Wir begleiten Mamas online in ganz Deutschland und persönlich im Raum Freiburg und Emmendingen.

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Mama-Coaching ist keine Therapie. Wir stellen keine Diagnosen und versprechen keine Heilung. Wenn es dir seit Wochen schlecht geht, sprich bitte mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt.